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08.06.2026

Renaturierung am Sauerbach im Nationalpark Eifel: Trittsteine ersetzen marode Brücke

Nationalparkverwaltung Eifel und Bundesforst schaffen naturnahen Gewässerübergang

Schleiden-Vogelsang/Simmerath, 8. Juni 2026. Große, naturbelassene Trittsteine dienen Wandernden im Nationalpark Eifel ab sofort als sichere und naturnahe Überquerung am Sauerbach. Der neue Übergang liegt unterhalb der ehemaligen Sauermühle. Er verbindet die Wanderwege aus Richtung Erkensruhr und Einruhr kommend jenseits der Bundesstraße 266 hinauf auf die Dreiborner Hochfläche. Auf Höhe der Heilsteinquelle ließen der Bundesforstbetrieb Rhein-Weser als Grundeigentümer und die Nationalparkverwaltung Eifel die dortige, baufällige Fußgängerbrücke vollständig zurückbauen. Im gleichen Zuge wurde der Bachlauf in diesem Bereich umfassend renaturiert.

Die Überreste der Brückenkonstruktion, die bei der extremen Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 zerstört wurden, sind nun beseitigt. Das Bauwerk stammte ursprünglich aus der Zeit der militärischen Nutzung des Geländes. Nach der Überführung des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang in den Nationalpark Eifel im Jahr 2004 blieb die Brücke zunächst als wichtige Infrastruktur für das Wanderwegenetz erhalten.

Strenger Schutz für sensible Bachtäler
Die Bachtäler der Dreiborner Hochfläche sind als FFH-Lebensräume (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ausgewiesen und genießen gemeinschaftsrechtlich den höchsten Schutzstatus. Das FFH-Gebiet im Sauerbachtal stellt ein wichtiges Rückzugsgebiet für stark gefährdete und sensible Tierarten dar, darunter Schwarzstorch, Schwarzspecht, Rotmilan und Neuntöter. Der Bereich ist ökologisch besonders wertvoll durch seine dynamische und naturnahe Verzahnung von Fließgewässern, Nasswiesen und seltenen Moorwäldern. Aus diesem Schutzstatus leitet sich die rechtliche Verpflichtung ab, den Erhaltungszustand des Gebiets zu sichern und durch gezielte Renaturierungsmaßnahmen weiter zu verbessern.

„Die Beseitigung der künstlichen Brückenreste und die Offenlegung des Bachbettes sind ein Gewinn für die Gewässerökologie“, erklärt Eckhard Jäck, Leiter der Holzbauwerkstatt.
Markus Vollmer vom Bundesforst ergänzt: „Dass wir gleichzeitig ein naturnahes Wandererlebnis bewahren können, unterstreicht die hervorragende und bewährte Zusammenarbeit zwischen dem Bundesforst und der Nationalparkverwaltung bei der gemeinsamen Umsetzung anspruchsvoller Naturschutzprojekte.“
Die Planungen für das Projekt wurden vom Bundesforstbetrieb als Eigentümer der Flächen bereits im Winter eingeleitet. Nach erfolgreich absolvierten artenschutzrechtlichen Prüfungen sowie der notwendigen FFH-Vorprüfung erteilten die Untere Wasserbehörde und die Untere Naturschutzbehörde die wasser- und naturschutzrechtlichen Genehmigungen.

Die Nationalparkverwaltung Eifel übernahm in enger Abstimmung die Koordination und die bauliche Durchführung vor Ort.

Die praktische Umsetzung lag in den Händen der hauseigenen Holzbauwerkstatt des Nationalparks. Um den sensiblen Naturraum zu schonen, richteten die Mitarbeiter vor dem Einsatz schwerer Maschinen eine Sedimentsperre aus Strohballen unterhalb der Baustelle ein. Diese verhinderte, dass aufgewirbelte Schlamm- und Sandpartikel den Bachlauf abwärts belasteten. Anschließend entfernten die Fachkräfte mithilfe von angemietetem Spezialgerät die tief im Flussbett sitzenden Holz-, Metall- und Betonreste der alten Brücke. Mit einem bodenschonenden Minibagger wurden schließlich die Bachränder naturnah modelliert und die tonnenschweren Trittsteine präzise so eingesetzt, dass Besucher den Sauerbach auch bei wechselnden Wasserständen sicher überqueren können.

Fotos zum Download

Bild 1: Markus Wöbel (links) von der Holzbauwerkstatt und Markus Vollmer vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser begutachten die zerstörten Überreste der maroden Fußgängerbrücke am Sauerbach vor Beginn der Rückbau- und Renaturierungsmaßnahmen. (Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke)

Bild 2: Markus Vollmer vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser (links) und Eckhard Jäck, Leiter der Holzbauwerkstatt der Nationalparkverwaltung (rechts) testen die neuen, naturbelassenen Trittsteine im erfolgreich renaturierten Bachbett des Sauerbachs. (Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke)

Annette Simantke

Annette Simantke

Fachgebiet Besuchermanagement und Kommunikation
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